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Auftakt! | Musikalische Hörberatung aufihrohrum | Seite 11
Übrigens ist das englische Wort „sound“ mit dem germanischen „gesund“ verwandt. Man könnte das so verstehen: nur was gesund ist, hat einen guten Sound. Oder anders herum: nur was gut klingt, ist auch gesund! Also noch einmal: Hände weg von schlecht klingendem Material!
Sound, oder zu Deutsch Klang, ist so wichtig. Es ist das Erste, was wir von einer Schallquelle wahrnehmen. Ob diese jetzt akustischer oder elektroakustischer Art ist, spielt dabei keine Rolle. MusikerInnen arbeiten eine ganze Karriere lang an ihrem „guten Ton“, oder auch Sound genannt. Hier präzisiert der Begriff feine Nuancen in der Spieltechnik, die eineN Interpreten einzigartig und wiedererkennbar machen.
Auch in der musikalischen Aufnahmetechnik ist Klang ein zentrales Thema. Es spielt eine Rolle, wie mein Mikrofon „klingt“, respektive welche Obertöne es meinem Material hinzu fügt oder eben nicht. Ebenso gibt ein Lautsprecher, ja sogar ein Mischpult (!) seine klangliche Note hinzu. Laut meinem Lehrmeister Jürg Jecklin ist Klang sogar das wichtigste ästhetische Kriterium (neben Dynamik, Stereobreite etc.), was das menschliche Ohr registriert.
Und wir reden in der Hörgerätetechnik immer von Messkurven, die uns einen Frequenzbereich zeigen oder von Dynamik und Grundrauschen, um Begriffe der Lautheit technisch zu klären. Das ist schön und sicher richtig für die Industrie. Für den/die KonsumentIn ist es das aber nicht. Sie oder er nimmt das ganze Gefüge als einen Klang wahr. Und der gefällt, oder eben nicht.
P.s.: Der Klang ist für ein krankes Ohr sicher anders wahrnehmbar als für Normalhörende. Dennoch bin ich der Ueberzeugung, dass er als ästhetisches Kriterium wahrgenommen wird. Dies, weil ich z.B. weiss, dass nur Schwerhörige und Audiophile den MP3-Algorithmus von der CD-Qualität unterscheiden können. Beide haben auf ihre Art ein geschultes Gehör. Und nehmen damit Nuancen wahr, die entscheidend sind.
Dass ein Mensch gerne Musik hört und daran Gefallen findet, heisst noch lange nicht, dass er oder sie auch in der Lage ist, selber musikalisch „Wertvolles“ zu produzieren. Manche Menschen haben die Fähigkeit einfach nicht, Töne richtig nach zu singen oder ein Instrument zu erlernen. Sie verlieren sich im Rhythmus, spüren den Puls nicht, und sie können nichts dafür.
Dieses Phänomen oder Symptom nennt man „Dysmusia“. Es ist sehr selten, aber es gibt es. Betroffene werden dann von ihren MusiklehrerInnen gescholten, sie würden es absichtlich tun um in der Klasse aufzufallen oder sie hätten einfach nicht geübt. Das ist für Betroffene sehr schwer zu akzeptieren, denn ihre Schwierigkeiten werden damit gründlich missverstanden!
Die Anderen sagen, dass es dieses Phänomen gar nicht gibt. Es handle sich nur um psychologische „Indispositin“ – also ein nicht-zur-Verfügung-stehen der Seele. Auch diese Theorie wird glaubhaft erklärt, z.B. in folgendem Buch:
Nun ist es als Nicht-Psychologin schwer, sich einen Reim auf diese Geschichten zu machen. Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten. Auch ich habe einen ordentlichen „Chnopf“, was das eigene Musizieren anbelangt. Der hängt vor allem mit den enormen Ansprüchen zusammen, die ich an mich selber stelle oder ans Musikhören allgemein. Da ich als Tonmeisterin „hörenderweise“ ein sehr hohes Niveau habe, fällt es mir schwer, beim Musizieren niveaumässig auf meiner Treppenstufe stehen zu bleiben und meine eigenen kleinen Fehlerchen auszumerzen. Dabei helfen mir einfühlsame LehrerInnen und DirigentInnen, sowie Lektüren wie diese:
(Das hat jetzt aber nichts mit dem bereits vielfach verpönten Mozart-Effekt zu tun 😉
Ein weiterer Ansatz ist der Neurologische. Manfred Spitzer schreibt in seinem Buch „Musik im Kopf“, dass das kreative Zentrum des Menschen, nämlich der Mandelkern, nur durch das Angstgefühl gehemmt werden kann (S.396). Das heisst: entweder man ist kreativ, oder man hat Angst. Beides zusammen geht nicht. Eine Erklärung, die wieder aufs Psychologische, oder eben Neurologische hinweist. Sie erklärt mir persönlich am Besten, wieso „es“ manchmal geht und manchmal nicht. Dann heisst es: Angst ausschalten, lustig samma, und geht schon 🙂 Aber auch das muss man lernen! Diese Theorie zeigt wieder einmal, dass es Gutes nicht ohne Böses gibt, Angst das Gegenteil von Freude ist und sich diese Kräfte ständig in Balance halten. Aber jetzt werde ich filosofisch…
Zum Abschluss ein Zitat des Psychologen John A. Sloboda: „Die moderne westliche Gesellschaft muss in der Tat als seltsam bezeichnet werden, da sie die musikalische Entwicklung bei nahezu allen Menschen bis auf eine kleine Minderheit behindert.“
Schade eigentlich.
P.s.: Auch Spitzer (s.o.) ist meiner Ansicht: den Mozart-Effekt gibt es nicht, gibt es nicht… 🙂
Ich freue mich immer, wenn LeserInnen meine Artikel kommentieren! Das zeigt mir, dass mein ach so junger Blog (gerade mal gute 3 Monate!!) aufmerksam gelesen wird. Danke dafür!
Auf einen Kommentar möchte ich besonders hinweisen: Frau Heike Birnbaum vom Hörladen in Arbon präzisiert, wohin ihr Geschäft gebrauchte Hörgeräte bringt. Nämlich zur Haller-Stiftung, die sie ihrerseits nach Brasilien bringt, wo sie Schwerhörigen Personen mitsamt individueller Anpassung kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Eine gute Sache! Spenden! Jedes Hörgerät zählt! Nachlesen kann man das hier!
Es gibt bei den Ohrpathologien die Krankheit mit sogenanntem Steilabfall. Das ist ein Gehör, welches bis zu einer gewissen Frequenz sehr gut funktioniert. Dann fällt die Hörschwelle auf einmal sehr steil bis an Taubheitgrenzend ab. Diese Leute sind sehr handicapiert, weil man ihnen auch mit einem Hörgerät schlecht helfen kann: verstärkte Frequenzen in einem Hörbereich, in dem die Cochlea sozusagen tot ist, können schlicht und einfach nicht empfangen werden. Sie können im Gegenteil sogar benachbarte Rezeptoren beeinträchtigen und damit das Hörempfinden zusätzlich beeinträchtigen. Mehr dazu erforscht Brian Moore.
Ein Signal bei dieser Pathologie ist, dass gewisse Töne in der Küche nicht mehr gehört werden können. Die Mikrowelle piepst, wenn ein Gericht fertig aufgewärmt ist, und die Kaffeemaschine, wenn das Wasser im Behälter heiss ist.
Wieso verwenden Hersteller also derart hohe (>1kHz), sinusartige (ohne Obertöne) Piepstöne, um Menschen auf etwas aufmerksam machen zu wollen? Aus Sicht der Hörakustikerin ziemlich unverständlich. Schliesslich geht jedem Menschen mit der Alterschwerhörigkeit die Fähigkeit hohe Töne zu hören zuerst „durch die Lappen“. Bei einer alternden Gesellschaft sollte man also auf diese Tatsache Rücksicht nehmen, auch in der Fabrikation von Gebrauchsgeräten.
Im Flugzeug, wo Alarm wirklich ein Problem von Leben und Tod signalisieren kann, sind diese Töne interessanterweise tiefer angesetzt. Irgendwo um die 500 Hz schätzungsweise. Logisch!
Gestern habe ich all meinen Mut zusammen genommen. Ich habe meiner alten Tante nach einem erneuten „hä?!“ gesagt, dass ich bald anfangen werde zu zählen, wie oft sie dieses Unwort am Tag heraus lässt. Und dass es mich grausig nervt.
Nachdem ich mir anhören musste, dass ICH halt empfindlich wäre (…) und dass SIE nichts dafür könne, wenn sie nicht mehr so gut höre, konnte ich zum Glück professionelle Haltung einnehmen und erklären, was für ein Phänomen sich gerade produziere. Und nach selbstkritischem Ueberlegen gab sie zu, dass sie schon manchmal aus lauter Gewohnheit „hä?!“ sage, auch wenn sie eigentlich schon begriffen habe.
Eine Saumode wäre das! Scholt ich sie. Und dann verbrachten wir einen Abend, indem the wholly concentration auf die Konversation gerichtet wurde, so dass das Unwort kein einziges Mal mehr fiel. Bravo!
Als Hörakustikerin bin ich es ja gewohnt, mit schwerhörigen Personen zu kommunizieren. Meine gut artikulierte französische Aussprache zum Beispiel betrachte ich als „défaut professionnel“, also als im Beruf antrainierte Fehlhaltung. So schlage ich mich jedenfalls ziemlich gut durch, und auch mein Bauchgefühl kommuniziert intuitiv meistens richtig, und somit kann ich manchmal schon im Voraus ahnen,welche Wörter mein Gegenüber gleich formulieren wird. Ich wende auch an, dass man Schwerhörigen immer das Gesicht zuwenden sollte beim Sprechen und zuerst Aufmerksamkeit erregen, damit sie eine sogenannte Horch-Haltung einnehmen können, bevor Information weitergeleitet wird.
Dennoch entdecke ich mich zutiefst entnervt, dass meine Grosstante des öfteren auf meine Bemerkungen mit „Hä?!“ reagiert. (Ich sollte es mal zählen, aber es sind sicher erschreckend viele Dutzend Mal am Tag… also lieber nicht 😉 Ich schiebe es auf ihr (Des-)Interesse an Beiträgen zur Kommunikation meinerseits. Ausserdem erzählt sie mir sowieso lieber tausend mal ihre eigenen Gschichtli, die ich doch eh schon kenne, als dass sie mal mit mir über etwas Aktuelles diskutieren würde. Ihr Hörvermögen ist statistisch gesehen noch nicht wirklich schlecht. Dass sie weniger gut hört als früher ist ihr auch gut bewusst, und einige Massnahmen zur akustischen Verbesserung (z.B. Hörbügel im Theater) hat sie auch schon ergriffen. Aber dieses ständige „hä?!“, welches wie ein Vorwurf klingt, dass man die betreffende Person gerade in einem wichtigen Gedankengang gestört hätte, ist im wahrsten Sinne des Wortes ohrenbetäubend und beziehungs-killend. Und ich entdecke an mir ein anderes klassisches Verhaltensmuster, welches Angehörige von Schwerhörigen meist an den Tag legen: ich rede halt nur noch, wenn es wirklich wichtig ist, und behalte den Rest von interessanten Dingen, die mir im Laufe des Tages in den Sinn kommen, für mich. Das ist so wahnsinnig schade! Und hängt aber gerade in diesem Stadium der beginnenden Schwerhörigkeit einfach auch damit zusammen, dass der oder die Betroffene sich möglichst lange ohne Hörgerät durchschummeln möchte. Dieses Verhalten macht auch vor einer Expertin nicht halt, und ich habe kein professionnelles Gegenrezept. Leider. Auch mein Hinweis darauf, dass es evtl. „wie bitte?“ heissen könnte, hat nicht gefruchtet. So begegne ich Frau „hä?!“ jetzt einfach mit „he du!“ und freue mich über diejenigen Momente, wo Kommunikation in beide Richtungen funktioniert. Missverständnisse sind natürlich dadurch auch an der Tagesordnung, aber das nutze ich gerade als gute Gelegenheit, ganz klar und ohne paraverbale Kommunikation sagen zu lernen, was man will und was nicht, auch im privaten Bereich 😉
P.s.: Uebereinstimmungen mit existierenden Personen sind zufällig und werden in jedem Fall abgestritten 😉
„Kein Schmetterling ohne Kokon.“„Man muss sich manchmal einschliessen um sich neu zu erschaffen, die Bühne verlassen um sich neu zu erfinden.“
Dieses Bild nehme ich mir gerne als Leitmotiv für diesen Monat. Ich brauche meinen Kokon im Moment ganz stark, weil so viele neue Herausforderungen auf mich herein prasseln: eine neue Arbeit in einem neuen Land (Oesterreich), die Wiederaufnahme meines Studiums – diesmal mit der Entschlossenheit, es auch zu Ende zu bringen – und immer wieder das Gestalten neuer Unterrichtstage für meine SchülerInnen an der Akademie für Hörgeräteakustik in Zürich. Als Kokon dient mir meine Wiener Wohnung, in der es für Stadtverhältnisse zum Glück wunderbar ruhig ist, die in einen kleinen grünen Innenhof zeigt, und die ich tagsüber komplett für mich alleine beanspruchen kann. Schön! Hoffen wir, dass es dem wachsenden Schmetterling im November nicht zu kalt wird, wenn er dann schlüpft! brrrrrr 😉