Mein Jüngling und ich

Das schöne an meinem Beruf ist doch, dass man ab und zu den Leuten die Ohren lang ziehen kann 😉 Jedenfalls beim Kemar, dem Kunstkopf für akustische Messtechnik, war das hochoffiziell möglich an der EUHA vom letzten Herbst. Und der persönlichen Befriedigung nicht genug, wurde das Foto sogar im Familienbuch der Firma G.R.A.S., welche mich netterweise auch beim Erstellen meiner Diplomarbeit über MusikerInnen-Gehörschutz unterstützte, abgebildet:

mit Kemarboy3Der KEMAR (ausgeschrieben Knowles Electronic Manikin for Acoustical Research) erlaubt Messungen an einem standardisierten Ohr, welches das menschliche auf bestmögliche Art akustisch nachbildet. Dabei sind beim KEMAR, anders als beim 2 cm3-Kuppler, die Ohrmuschel und auch der Rumpf / Torso, sprich die Oberkörperreflexionen mit einbezogen. Dies erlaubt nicht nur techisch korrekte, sondern auch anwenderspezifische Messungen. Man nennt Kunstköpfe mit Brustkorb auch „HATS“ = Head And Torso Simulators. In die Ohren sind, am natürlichen Platz der Trommelfelle, anstatt diese zwei hochwertige Mikrofone eingesetzt, welche den Schalldruck aufnehmen.

Tonaufnahmen werden auch ab und zu mit Kunstköpfen durchgeführt. Vor allem in den 80er Jahren war das für Hörspiele beim Runkfunk populär. Allerdings kann das natürliche Richtungshören, welches man mittels Kunstkopf aufnehmen kann, nur über Kopfhörer tatsächlich nachgehört werden. Für die Wiedergabe mit Lautsprechern haben sich solche Aufnahmen deshalb nicht bewährt.

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