Hörgeräte werden „nur“ für Sprache gemacht

Am Kongress für Medizinische Physik präsentierten namhafte Ingenieure und Entwickler die neuesten Algorithmen für die zukünftige Hörgerätegeneration. Unter anderen wurde eine „Ent-hallung“ vorgestellt, also eine Berechnung, die den Hallanteil im aufgenommenen Sprachsignal berechnen und heraus-rechnen kann. Tolle Sache! Klingt gut.

Ein Teilnehmer fragte, was denn passiere, wenn man diesen Algorithmus anstatt in einem Sprachauditorium bei Musik z.B. in einem Konzert laufen lasse, und der Vortragende antwortete wie aus der Pistole geschossen: bei Musik solle man sowieso alle Signalverarbeitungen ausschalten, denn diese kreierten nur Artefakte, die bei Musik gänzlich unerwünscht seien! Heikles Thema, ergänzte er dazu.

Das belegt dann wieder einmal, dass Hörgeräte „nur“ für Sprache, also für das „soziale Überleben“ gebaut werden. Was im Grundzug überhaupt nicht verwerflich, sondern auch sehr wichtig ist. Nur, dass jegliche ästhetische Komponenten (abgesehen von der Grösse + Farbe der neueren Geräte) des Klangs leider im Hintergrund bleiben. Ich hoffe, dass sich das irgendwann mal ändert. Die Technologie (z.B. Zweiweglautsprecher) dazu gibt es ja bereits!

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2 Kommentare zu Hörgeräte werden „nur“ für Sprache gemacht

  1. wiederhoeren sagt:

    In Bereich In Ear Monitoring sind ins ohr massgefertigte Systeme mit 3 und mehr Hörern und 5 oder mehr Treibern ja inzwischen alltag. Es ist ein Rätsel bleiben, warum das in Hörgeräten nicht schon länger angewedet wird. Widex macht mit einem Hörgeräte das 2 Hörer hat ja was in der Richtung, aber man könnte da nochviel mehr herausholen, meiner Meinung nach.

    • Esther sagt:

      ja finde ich auch! ich habe mal einen hörversuch gemacht, wo ich die gleiche einstellung am kuppler mit verschiedenen hörsystemen gemacht habe. danach habe ich ein musikstück laufen lassen und den klang der hörgeräte aufgenommen… and the winner was… (na gut, ich will hier nicht extra werbung machen, aber es war auffallend besser!!)

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