MusikerInnen-Gehörschutz III

Jetzt hab ich mein Diplomarbeitsprojekt mal mit einem „artifiziellen Ohr“ (sprich künstlichen Ohr) ausprobiert: mit einer Flasche, wo ehemals Mundspülwasser drin war! Hi hi. Jedenfalls hat sich schon Einiges gezeigt und ich bin gespannt auf das Resulatat an „richtigen“ Probanden nächste Woche… nur blöd, dass die Plastikwand der Flasche so schnell mitvibriert, so dass die Flasche unerwünschte Resonanzen produziert!

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17 Kommentare zu MusikerInnen-Gehörschutz III

  1. wiederhoeren sagt:

    Wie wird denn beschallt? Über Lautstprecher?
    Wie verält sich der Schall im innern der Flasche wenn sie geschlossen ist und beschallt wird? Also ohne Filter?

    • Esther sagt:

      gute frage. nach einer besprechung mit dem betreuer des reflexionsarmen raumes vom institut für wiener klangstil, in dem ich die messung morgen machen darf, lassen wir die flasche jetzt weg. zu unsicher, nicht zielführend, da es sich ja um keinen kopf handelt und die eigenschaften von plastik sich dann doch deutlich unterscheiden 😉 morgen mache ich die untersuchung an zwei probanden mit unterschiedlich grossen gehörgängen! ich freu mich schon sehr darauf. entweder, man sieht deutlich andere frequenzgänge, oder das volumen ist eben bei dem typ filter vernachlässigbar… ich werde auch ein popstück spielen, um eventuell etwas über die impulstreue aussagen zu können!

  2. wiederhoeren sagt:

    Ich bin am Resultat sehr interessiert.
    Werden die Ohrpassstücke zuerst mit einem Vollfilter, also verschlossen, auf die Dichtigkeit des Sitzes geprüft?
    Und wird das Resultat auch mit der OEG verglichen?
    Spannend wäre auch eine Messung mit plug und ohne Filert….

  3. Esther sagt:

    ein seal-& occlusionmeter konnte ich leider noch nicht auftreiben 🙁 steht aber auf der to-do-liste, ich muss es halt nachträglich überprüfen. die akustische masse wurde allerdings im labor der firma kind (herzlichen dank!) genauestens überprüft und passt. damit ist immerhin einer von den 3 unsicherheitsfaktoren beseitigt…
    dann gibt es jeweils eine messung mit gehörschutzotoplastik und eine ohne, also eben eine oeg. die werte der beiden messungen werden dann miteinander verglichen und sagen etwas über die übertragungsfunktion des filters aus.

  4. Esther sagt:

    was meinst Du mit „plug und ohne filter“ – eventuell die silikonotoplastik ohne den ER-filter? was soll das zeigen?

  5. wiederhoeren sagt:

    Wenn es Elacin ER sind leiht die Firma Bachmaier Otoplastik, Deutschland, ein Messgerät auf Anfrage evtl. aus, damit kann man messen ob der Earplug sicht sitzt.
    Notfalls kann man einenn Voll-Einsatz einstecken und mittels RTA über Kopfhörer eine Referenz-Messen.
    Nun, mit der Messung des Earplug ohne eingestzten Filter könnte man den Einfluss messen, der nur durch die änderung des GGV (Gehörgangvolumen) entsteht und so evtl. nochmals differenzieren ob es nur der Filter ist oder auch Form, Sitz, Länge des Earplug, der eine allfällige Differenz der Werte von grossen und kleinen Gehörgängen macht.
    Und müsste evtl. der Vollständigkeithalber die Impedanz des Trommelfells und die Reflexe der Gehörknöchelchen mit berücksichtigt werden, so als separate Messung? Oder geht das zu weit oder ist das völlig unnötig?
    Bitte verstehe mich nicht falsch, ich denke nur gerade so darüber nach ohne zu wissen was Du schon alles geplant und gemacht hast. Ich finde das Thema wahnsinnig spannend.

  6. wiederhoeren sagt:

    Ach ja, was auch spannend wäre ist ob es einen Einfluss hat, welchen Filter man nimmt. ER 15 ist ja der linearste, der ER 9 und ER 25 sind ja weniger linear. Wirkt sich das bei verschiedenen Restvolumen unterschiedlich aus?

    • Esther sagt:

      guede idee! die frage ist, wieviel interesse Elacin und Etymotic haben, dass so etwas NICHT untersucht wird 😉
      übrigens: wie geht eigentlich linearer als linear, und überhaupt linearst?! da fangts ja schon an… und schau Dir mal die standardabweichung an, da reden wir eigentlich sowieso nicht mehr von linearität.

  7. Estherina sagt:

    – bin eh mit denen im gespräch, aber es hat eben zeitlich noch nicht klappen können.
    – was ist RTA? könnte eine gute ersatzmessung sein! wäre froh, mehr darüber zu wissen.
    – danke fürs interesse 🙂
    – ich denke, eine impedanzmessung führt bei meinen gerade mal nur zwei probanden zu weit. ebenso eine messung nur vom volumen. schliesslich wird das ding als paket „filter + hohlraum“ verkauft, und in der bedingung möchte ichs auch testen. Du liegst schon richtig und das wäre interessant, es wird dann aber auch aufwendiger…
    – jetzt mues i is bett 🙂
    – ich halt Dich auf dem laufenden!
    – p.s.: die filtermembran und der hohlkanal zusammen bilden einen helmholtzresonator, der bei 2,7 kHz resoniert.

  8. wiederhoeren sagt:

    RTA= Reintonaudiogramm, ganz banal also.
    Meine Erfahrung ist ja, dass es je nach Labor das den Elacin Ear-Plug herstellt die Innen-dimensionen der ‚Bohrung‘ bzw. der innere Hohlraum im Gehörschutz-Plug sehr unterschiedlich ausfallen können, unabhängig von der Grösse des Gehörgangs.

    Ausserdem spielt es eine Rolle, ob der Gehörgang einen starken Knick hat. Bei sehr starken Knicken (1. oder 2.) gibt es oft eine Dimensionsänderung des Hohlraums bzw. der Einsatzwinkel des Filters und damit die Richtung der Schallaustrittsöffnung des Filters können dadurch sehr unterschiedlich sein. (Das merkt man dann stark, wenn nicht nur ein Filter benutzt wird sonder ein In Ear Kopfhörer anstelle de sFilter eingeklickt wird, die Klangqualität kann entschieden beeinflusst werden)
    Auch ist zu berücksichtigen wie weit der Gehörschutz in den Gehörgang hinein ragt und ob die Öffung wirklich richtung Trommelfell zeigt oder im ungünstigsten Fall richtung Gehörgangswand da sie vor einem starken Knick aufhört.
    Das alles lässt sich durch einen langen Abdruck und ein gut geschultes Labor verhindern, aber ich sehe es im Alltag immer wieder….

    • Esther sagt:

      ReinTonAudiogramm, ich bin auch sprachlich verblendet, sorry, dass ich das nicht erkannt habe 🙂 was aber soll mir ein RTA aussagen, wenn ich es über den gehörschutz drüber mit kopfhörer mache? mit was kann ich es dann vergleichen? der kopfhörer spricht da ja sehr bald auf die knochenleitung, wenn ich das vergleiche mit dem RTA über kopfhörer ohne gehörschützer, vergleiche ich äpfel mit birnen 🙁
      hast Du dennoch positive erfahrungen mit dem verfahren?
      bei der fabrikation ist es wichtig, dass das labor konsequent gut fabriziert und kontrolliert. das haben wir natürlich verlangt. würde man es immer konsequent tun, würden die dinger aber wieder teurer. wie Etymotic mir selbst verraten hat, gibt es ziemlich viele schwachstellen in der produktion, eben wie Du es ansprichst, aber auch, dass nur stichprobenartig die akustische masse überprüft wird…

  9. wiederhoeren sagt:

    Beim RTA kommt es natürlich stark auf den Hörer an den Du verwendest. Die Überleitungswerte sind ja bekanntlich unterschiedlich. Auch eine Insitumessung wäre u.U. denkbar.

    Was haben Deine Messungen denn nun gezeigt?

    • Esther sagt:

      trotzdem: an der hörschwelle kann man die okklusion nicht bestimmen. da müsste die person a-o-i sagen oder so und man es in-situ nachmessen. nur in-situ hilft auch nicht, denn sonst hätte ich das ja heute sehen müssen – da war im tieftonbereich aber ziemlich sense mit gehörschützer…
      => die auswertung wird no bissi dauern, da es ja ein selbst-programmierter aufbau ist. ich bitte Dich daher noch um etwas geduld (bis anfang 2012), ich werde Dich natürlich informieren! liebe grüsse, Esther.

  10. wiederhoeren sagt:

    Ja, dass man die Okklusion damit nicht messen kann ist klar.
    Bin gespannt.

  11. Hallo Frau Esther,

    ich bin mit dieser Blogkommunikation nicht so vertraut, möchte aber diesen Zufallstreffer zur Fragestellung Ihrer Arbeit aufgreifen.

    Wir bei Hearsafe arbeiten täglich mit Musikern, ich auch schwerpunktmäßig mit Orchestermusikern.
    Hier habe ich zunehmend die Linearität, das Auftreten von Hörschäden bei Musikern, den wirklichen Gehörschutzbedarf u. a. in Frage stellen müssen.

    Falls Sie wollen, sprechen Sie mich doch bitte über die emailadresse an.

    Vielleicht ergibt sich daraus ein interessanter Austausch.

    Eckhard Beste

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