Preisbrecher

Der Preisbrecher ist auf dem Schweizerischen Hörgerätemarkt angekommen – und die ganze Branche zittert aus Furcht vor Gewinneinbrüchen…

Wieso?

Wer Furcht hat, sein Geschäft nicht mehr weiter führen zu können, ist entweder innovationslos oder macht seine Arbeit nicht richtig. Wenn ein Meisterbetrieb für Hörgeräteakustik dem/der KundIn nicht mehr bieten kann als ein, wie die Branche es nennt, „QuickFit“, also eine vom Hörgerätehersteller vorgeschlagene, auf einem vereinfachten tonalen Hörtest basierende, Anfangseinstellung, dann ist klar, wieso er vor dem Preisbrecher kapitulieren muss. Allerdings darf man sich dann auch fragen, wieso solch ein Betrieb sich „Meister des Handwerks“ nennen darf…

Ich persönlich begrüsse diese Entwicklung, auch wenn sie evtl. Gewinneinbusse für meine Branche bedeuten sollte. Denn sie ermöglicht es EinsteigerInnen (ich nenne sie immer liebevoll „AnfängerInnen, was Hörgeräte anbelangt“ 🙂 , preiswert und unkompliziert den Weg der Hörgeräteanpassung in Angriff zu nehmen. Wenn man bedenkt, dass der/die durchschnittliche Anfangs-Schwerhörige erst 55 Jahre alt ist, dann stehen doch der Branche noch über 30 Jahre professionnelle Versorgung bevor – und da das Gehör mit zunehmendem Alter bekanntlich eher ab- als wieder zunimmt, wird er oder sie doch sowieso zu gegebenem Zeitpunkt eineN professionnelleN AkustikerIn aufsuchen und auch den Gang zur Sozialversicherung machen, was ihn und auch sie vielleicht im Vorfeld etwas abgeschreckt hat – denn man will ja als HörgeräteträgerIn nicht als Invalide abgestempelt werden! Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Begrüssen wir also den Hörgerätediscounter und führen wir unser Fach meisterlich aus, dann müssen wir gar nichts befürchten!!

Video SF DRS vom 10.5.2010 zum Thema Preisbrecher

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Jetz hör mal…

…ist Hören eigentlich alles?

Natürlich nicht, auch wenn sich wohl mehr als die Hälfte meines Lebens darum kreist. Aber als kunstempfänglicher Mensch laufen mir immer wieder auch andere Köstlichkeiten über den Weg. Hier in Solothurn ist es vor allem Literatur + Film. Naja, die Stadt und der Kanton strotzen ja geradezu vor Lokalikonen! Ausserdem spürt man gut, wie sehr kulturelles (neben kulinarischem) hier hohen Stellenwert hat. Welch Wohltat für meine Seele! Gerade schmunzelte ich mich durch den „König von Olten“

So bin ich einmal mehr fest entschlossen, meinen bereits im Kopf vorgesponnenen Krimi über Solothurn endlich zu schreiben. (Jedenfalls die ersten 5 Zeilen). Aktuelles Lebensziel ist ja sowieso ein Häuschen im Südtirol. Und auf der Steinterasse unter den Weinreben lässt es sich bestimmt gut schreiben. Bei einem Gläschen herrlichem Rotwein und einem Stück herzhaften Käse…

Man sollte überhaupt einmal untersuchen, wieso sich ein Mensch eher der literarischen oder der musischen oder bildenden Kunst zuwendet. Ob das auch etwas mit der Funktion der Sinnesorgane zu tun hat?! Naja, rein physiologisch gesehen würde das das Beethovenprinzip wieder untermauern…

Ich für mich versuche seit ungefähr 20 Jahren (Unterbrüche ausgeschlossen) Klavierspielen zu lernen. Bisher nicht sehr erfolgreich. Vielleicht klappt es in meinem nächsten (und letzten!) Studienjahr in Wien an der Musikuniversität. Eigentlich sollte ich ja das Zeug dazu in den Genen haben – waren und sind doch einige Pianistinnen und andere Musiker unter meinen Verwandten!

Hm, vielleicht versuche ich es doch eher mit dem Krimi 😀

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Lüftergeräusche

Seit Neuestem schreibe ich auf einem dieser modernen Netbooks. Chice Sache! Meins ist weiss und die Tasche dazu rosa, ich finde das toll. Aber darüber wollte ich ja gar nicht schreiben. Sondern über die Odyssee des Kaufs! Da brütet man stundenlang über gescheiten Seiten wie www.notebookcheck.com und macht sich alle Gedanken darüber, welches wohl das BESTE Netbook für Madame wäre. Schliesslich will sie damit nächste Woche auf einer einsamen Insel auf dem Liegestuhl fläzen und chic bloggen dazu (kein Bluff!). Na gut. Neben Kriterien wie der Mattheit des Bildschirms (für viel Sonneneinfall…), der Akkulaufzeit und der Ergonomie der Tastatur gibt es auch noch andere zu berücksichtigende Punkte wie z.B. die Wärme des Akkus oder auch der Geräuschemission des Lüfters.

So habe ich also stundenlang alle möglichen Angebote durchforstet und mir das, neben allem anderen, leiseste Book herausgefischt.

Aber so ein Netbook zu kaufen ist noch einmal ein ganz anderes Unterfangen. Vor allem wenns schnell gehen muss, weil frau es ja gleich mit an den Strand nehmen will.

Der langen Rede kurzer Sinn: schon 5′ nach dem Aufstarten merkte ich: das Visuelle stimmt, und das Umweltbewusstsein ist durch das recyclete Material auch befriedigt – aber dieser sch… Lüfter macht ziemlichen Krach!! Logisch, dass die Hersteller das nicht aufs Produkteblatt schreiben. Aber nervig ist es trotzdem!! Leider hat noch niemand eine Messung der Lüfteremissionen dieses Netbooks veröffentlicht. Aber die „Emissionen“ werden global mit 80% als gut bewertet…….. .

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Gebrauchtgeräte für die 3. Welt

Mein Grossvater durfte unlängst MIT seinen nigelnagelneuen Naida III UP – Geräten samt Audioschuh in den Himmel fahren. Möge er dort, wo er jetzt ist, hoffentlich besser hören als ihm je zu Lebzeiten beschert worden war!

Was tut man sonst, wenn jemand stirbt, und niemand will oder kann seine oder ihre Hörgeräte weiter tragen?
1. Zum HörgeräteakustikerIn zurück bringen. Diese sind meistens froh darum, weil sie die Geräte als Ersatz benutzen können, wenn mal bei einem KundIn eine Reparatur ansteht.
2. Spenden an die 3. Welt: Es gibt zahlreiche Organisationen, welche in Entwicklungsländern Schwerhörige versorgen. Hier seien ein paar davon aufgezählt:
Der Hörladen bringts nach Brasilien

Die Franzosen bringens nach Kambodscha

3. In den Elektronikmüll.

Meine Recherche ist offensichtlich nicht vollständig. Bitte weitere Hinweise als Kommentar posten! Danke.

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Schall & Rauch

Es ist vielleicht manchmal Schall und Rauch, was so veröffentlich wird. Solche (möchtegern-)witzigen Wortkombination gibt es zu Hauf. Eine davon möchte ich den Studierenden der Hörakustik aber gerne ans Herz legen:

„Knall & Schall“

Eine ins Thema einführende Broschüre vom Deutschen Umweltbundesamt.

Passend zum Thema (damits eben auch so einen bedeutungsschweren Zusammenhang hat) ein neues Titelbild! Diese Fackel brannte unlängst in Préverenges, und zwar am schönsten Sandstrand des Genfersees 🙂

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Weibliche Kompetenz = ?

Nach vier Arbeitsjahren in der Westschweiz erlebe ich bei meiner jetzigen Arbeit in Solothurn einen kleinen Kulturschock. Da ich gebürtige Aargauerin bin, ist vieles ein Heimspiel. Der Dialekt ist ähnlich, und im Grunde funktioniere ich von der Erziehung her sehr ähnlich wie die hier „Eingeborenen“. Ein total schönes Gefühl!

Jedoch fällt mir negativ auf, dass viele Männer Mühe damit haben, von einer weiblichen, jungen Akustikerin bedient zu werden. Sie kucken ins Büro, ob der Chef da ist. Ich harre der Dinge, bis sie murmeln, dass ich das dann vielleicht auch machen könnte… aber wo denn DER Chef sei.

Pha! Bei mir breitet sich eine erste Hitzewelle aus. Wie unverschämt!! Ich habe grosse Lust, solche Mannsbilder hochkant wieder aus dem Laden hinaus zu katapultieren (es geht nicht, keine Angst, schliesslich ist das (noch) nicht MEIN Laden)…

Es ist auffallend, dass viele Frauen sowohl im deutschen wie auch im frankophonen Raum in der Hörakustik tätig sind. Erfreulich! Es ist aber auch auffallend, dass berufstätige Französinnen viel häufiger sind als berufstätige Deutschschweizerinnen. Und dann erst noch in einem technischen Beruf. Mit Meisterbrief.

„Gott lobe das ehrbahre Handwerk“ steht auf meinem drauf. Aber bitte dann auch dasjenige, welches von Frauen ausgeübt wird. Amen.

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À propos Beethoven

Ich habe einen ganz ganz tollen Blog entdeckt, den ich Euch ans Herz legen möchte, und er heisst – passend zum Thema – „Not quite like Beethoven“. Geschrieben wird er vom Berliner Alexander Görsdorf, der sich unlängst einer Cochlear Implantation unterzogen hat. Aber lest selbst…

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Vom inneren Ohr

Im Kompositionsunterricht an der Musikuniversität wurde uns immer wieder das „innere hören“ gelehrt. Was das ist? EinE KomponistIn kann nur aufschreiben, was er oder sie innerlich bereits hört. Und zwar ganz genau. Davor lohnt sich der Griff zum Notenpapier gar nicht, denn man würde nur wie ein unwissendes Kind Notenpunkte in oder auf die Linien malen. Als MusikerIn soll also neben der praktischen Musiziertätigkeit das innere hören geschult werden. Wenn man diesen, neurologischen und sehr phantasievollen, Vorgang kennt, versteht man auch, wieso quasi taube KomponistInnen wie z.B. Ludiwg van Beethoven noch so tolle Musik schreiben konnten! Sie haben einfach ein inneres „Kino“, welches sie via Notenschrift in die Aussenwelt transportieren können. Für weniger erfinderische Talente gibt es bald Folgendes:

Musikmuseum für Hörbehinderte

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Ohrenputz – nein danke

Wieso eigentlich nicht? Aus drei Gründen:

1. Ohrenschmalz, in der Fachsprache Cerumen genannt, schützt das Mittelohr vor Insekten. Sie wollen doch nicht etwa Ameisen oder Mücken im Gehörgang?! Surrrrrrrrrrrrrr – nein danke.

2. Der äussere Gehörgang ist selbstreinigend. Die Epithelschichten der Haut arbeiten sich beim Wachstum zirkulär nach aussen. Das Cerumen, welches von den Drüsen auf dieser Hautschicht gebildet wird, wächst also mit der alten Haut nach draussen und kann dort mit blossem Finger weggeputzt werden.

Exkurs:

Für HörgeräteträgerInnen gilt das nicht. Sie stossen, gleichwohl wie WattestäbchenbenutzerInnen, das Cerumen mit ihrer Massotoplastik in den Gehörgang hinein. Leider verstopft sich dieser dann manchmal (cerumen obturans) und muss professionnell vom HNO-Arzt gereinigt werden.

Exkursende

3. Mit Ohrenputz können Sie Ihre Gehörgangshaut sowie das Trommelfell verletzen:

– Mit Kerzen, die den Schmalzpfropfen durch Unterdruck lösen sollten, können Sie sich ernsthafte Verbrennungen zulegen

– Mit Wattestäbchen können Sie die Gehörgangshaut schürfen (das gewisse Kitzeln ist der Vorbote einer Blutung)

– Wenn sie zu tief drin hantieren (der Gehörgang ist ca. 3cm lang), können Sie das Trommelfell berühren und zerstören. Achtung: das tut wirklich weh.

Was kann man also tun, wenn man unter übermässiger Cerumenproduktion leidet?

– Cerumen nass halten: mit dem Duschkopf auch mal in den Gehörgang spritzen

– Tropfen aus der Apotheke verwenden

– Regelmässige Spülungen beim Arzt

Und sonst nix!!! Bitte glauben Sie mir!!!

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C’est la vie – c’est la mort

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